Neue Entwicklungen zum Kommentar „Wie aus Eintracht Zwietracht wurde…!“


Es tut sich was in Braunschweig, das ist die gute Nachricht. Leider reden die Hauptakteure immer noch nur übereinander, und nicht miteinander. Das ist die schlechte.

Der Verein versucht Hintergründe zu liefern, warum er die Ultras Braunschweig ausschließen musste. Auffällig dabei ist, dass er über das nicht zu leugnende Bedrohungspotenzial durch andere, vereinzelte Eintracht-Fans an die „UBs“ nicht eingeht, das ja nachweislich vorhanden war oder ist.

Sehr differenziert antworten die Ultras Braunschweig auf die Stellungnahme des Vereins, und argumentieren für den neutralen Beobachter durchaus stimmig. Es bleibt für außenstehende Beobachter ein Makel in der Argumentationskette des Vereins, da er nicht alle Seiten und Vorfälle in seiner Stellungnahme mit einfließen lässt. Im Gegenteil: Er greift weit in die Vergangenheit zurück, um überhaupt konkrete Vorwürfe an die „UBs“ formulieren zu können. Dennoch ist die Stellungnahme und die damit verbundene Distanzierung gegen Rechts sicher positiv zu bewerten.

Jedenfalls hat auch die weitere Anhängerschaft der Eintracht mit einem Fanspalier für die Mannschaft gepunktet in der öffentlichen Wahrnehmung. Das soll nicht unerwähnt bleiben, auch wenn der Betreiber dieses Blogs im Eintracht Forum „als selbstgefälliges Gutmenschen-Arschloch“ und noch mit anderen Kosenamen bedacht worden ist. Das nehme ich gerne sportlich, es gereicht sicher nicht den Anhänger der Braunschweiger zum Vorteil.

Mit den Fans, die sich bei mir per Mail gemeldet haben, bin ich dagegen in einem konstruktiven Austasuch. Sie kämpfen um den guten Ruf ihres Vereins, was Anerkennung verdient. Doch auch sie müssen damit leben, dass sich viele Augen weiter auf den Klub richten – und kritisch begleiten werden. So wie es auch bei Alemannia Aachen weiter der Fall ist, wo die ebenfalls ausgeschlossenen, antirassistischen Fans dieselbe Erfahrung als „Nestbeschmutzer und Querulanten“ durchleben mussten.

User „Kerni“ meldete sich nach Veröffentlichung der Stellungnahme des Vereins noch einmal am 04. Oktober 2013 bei mir per Mail mit folgendem interessanten Diskussionsbeitrag:

„Sehr geehrter Herr Poppe,

ehrlich gesagt habe ich nicht mit einer Antwort Ihrerseits gerechnet. Vielen Dank dafür! Ich stimme einer Veröffentlichung meines Kommentars zu.
Gerne möchte ich die Diskussion mit Ihnen fortführen und daher ergänzen.

Sie schrieben: „Ist es nicht perfide, ausgelassen seinen Verein zu feiern, der gerade eine große Gruppe von Ultras zu unrecht ausgeschlossen hat?“ Damit haben Sie recht (entsprechende Rahmenbedingungen vorausgesetzt). Die Mehrheit ist, so glaube ich zumindest, berechtigterweise davon überzeugt, dass der Verein die richtige Entscheidung getroffen hat.
Die zentrale Fragestellung ist aus meiner Sicht folgende: Wer sind hier wirklich die Opfer?, und wurde die Gruppe zu unrecht ausgeschlossen?
Unbestritten ist, dass die Medien „der Stimme“ von UB01 bereitwillig zuhören. Einer Gruppe deren Motive für den neutralen Beobachter geradezu edel erscheinen. Gegen alle Widerstände zu kämpfen um Rassismus zu verhindern. Wäre dem wirklich so – ich würde diese Ziele unterstützen! UB01 jedoch will etwas anderes… Ich bin überzeugt, dass es sich für die Gruppe um eine willkommene Projektionsfläche handelt!

Der Verein Eintracht Braunschweig hat nun mit dem Vorwurf zu kämpfen die Täter zu decken und die angeblichen Probleme bzgl. rechtsextremistischer Tendenzen zu ignorieren. Der Imageschaden der damit einhergeht ist immens!

Bitte nehmen Sie sich die Zeit die folgenden, vom Verein veröffentlichten Hintergründe zu lesen, und die Situation erneut zu beurteilen.
http://www.eintracht.com/aktuelles/neues/situation-zwischen-der-fanszene-von-eintracht-braunschweig-und-ub01/

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Beste Grüße
Kerni“

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