Verstärkter Angriff von rechts – Warum „Nazis“ zurzeit vehement Fußballvereine für ihre Wählergewinnung missbrauchen!

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Nicht nur die Piraten nutzen zurzeit die Fußball-Bundesliga, um für sich und ihre Politik kurz vor der Bundestagswahl zu werben: „Menschenrechte enden nicht am Stadiontor“, finden sie, und hoffen auf viele Wähler unter den Anhängern.

Gerade die rechte Szene ist wieder einmal verstärkt aktiv, und nutzt in diesen Monaten den Fußball und seine Fans, um für Ihre Doktrin zu werben. Die rechtsextreme NPD sieht sogar eine „Bedrohung und Beschneidung der Fankultur„, um Fußballfans zu ködern. In den Parteiprogrammen findet sich darüber allerdings nichts.

Die rechte Szene probiert ihre Wählergewinnung im Fußball über andere, viel subtilere Mittel. Die dafür benutzen Vereine reagieren darauf sehr unterschiedlich: Während die Braunschweiger Eintracht direkt und kompromisslos reagierte, ist die mitten in der rechten Szene steckende Alemannia aus Aachen wieder einmal komplett überfordert.

Als die Eintracht Braunschweig das letzte Saisonspiel im Mai diesen Jahres bestritt, wollte sich auch der NPD-Parteivorsitzende Holger Apfel die abschließende Feier nicht entgehen lassen. Nachdem er Fotos von sich auf dem grünen Rasen nach dem Spiel bei Facebook veröffentlichte, bekam der Verein Wind davon, und sprach dem NPD-Politiker ein
Stadionverbot aus. Apfel selber inszenierte sich danach als Opfer, und postete in seinem Profil: „In der BRD darf man Kiffer Stricher, Schwerstkrimineller, ausländischer Sozial-schmarotzer oder was auch immer sein, nur aber kein Deutscher, der sich zu Volk & Heimat bekennt“.

Ganz anders bei der Alemannia aus Aachen. Hier kann die neue Partei „Die Rechte“ schalten und walten, wie sie will, und konsequent der Verein zur Gewinnung von Wählern benutzen. Denn hier gab André Plum den „Apfel“, und posierte während eines Fußballspiels im Innenraum des Stadions. Er trägt Jeans, Turnschuhe und unter seiner schwarzen Jacke einen Schal von Alemannia Aachen. Unter dem Foto ist zu lesen: „Mitglieder der Partei ‚Die Rechte‘ sind im Gegensatz zu Holger Apfel in deutschen Stadien gern gesehene Gäste„. Plum ist Kreisvorsitzender der Partei „Die Rechte“ und langjähriges Führungsmitglied der mittlerweile verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“.

Doch damit nicht genug: In einem Artikel auf der Website der Partei „Die Rechte – Aachen und Heinsberg“ beklagt ein Autor unter dem Pseudonym „Fritz Brand“ den Niedergang seines Vereins. Seine Doktorin wird spätestens in den „Gedankengängen eines Alemannen“ am Ende deutlich. Dort kritisiert er den früheren Sportchef Erik Meijer wegen dessen Transferpolitik heftig. Er habe keine Spieler verpflichtet, mit denen sich die Fans identifizieren könnten. Stattdessen habe er aber einen Afrikaner verpflichtet, welcher bis dato noch kein deutsches Wort über die Lippen gebracht habe.

Der Verein distanziert sich zwar von allen rechten Aktivitäten weiterhin, ein konsequentes Eingreifen mit einem Stadionverbot an André Plum ist aber bis dato ausgeblieben. Auch die Interessengemeinschaft „Alemannia Aachen“, die sich als Vertreter sämtlicher Fans und Mitglieder der Alemannia sieht, wird von der Partei „Die Rechte“ unterstützt.***

Und auch stellvertretende Landesvorsitzender der NPD Rheinland-Pfalz Sascha Wagner, als Neonazi öffentlich bekannt, sammelt dieser Tage wiederholt im Alemannia-Trikot Unterschriften für die NPD. Eine Distanzierung darüber hat ebenfalls bisher der Verein nicht in Angriff genommen. Eintracht Braunschweig hat es dagegen vorgemacht, wie man sich hier konsequent distanzieren kann, um weiteren Missbrauch in dieser Hinsicht zu verhindern.

***Auf den dort verlinkten Facebook-Eintrag reagierte die IG Alemannia Aachen nach Veröffentlichung des Artikels endlich in aller Deutlichkeit, und distanzierte sich wenige Tage später in einer eigenen Stellungnahme noch einmal vollkommen und grundsätzlich von der Partei „Die Rechte“ und dem rechten Spektrum. Ein richtiges Signal zu einem wichtigen Zeitpunkt für alle Alemannia- und Fußballanhänger in Deutschland!

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